7. Oberösterreichrundfahrt

Am Donnerstag dem 16.06.2016 startete die 7. Oberösterreichrundfahrt (UCI 2.2). Mit am Start diesmal auch das Team ARBÖ Denzel Cliff mit Rupert Hödlmoser, Lukas Winter, Tomáš Zechmeister, Christian Haas, Daniel Reiter und mir. Untergebracht waren wir in einem schönen Drei-Sterne-Hotel in Linz, von wo aus wir täglich zu den Etappenstarts fuhren. Betreut wurden wir von Stefan Etzelstorfer, der nach seinem Schlüsselbeinbruch noch etwas Rennpause brauchte und Floyd.

1. Etappe (16.06.2016)

Mit am Start waren in diesem Jahr wieder viele sehr starke Teams. Neben den österreichischen Continental-Teams standen auch viele starke ausländische Teams am Start - unter anderem Leopard Pro Cycling, Hoppla - Petroli Firenze (das Farmteam vom World Team Tinkoff) oder das Professional Continental Team Bora - Argon 18.

Oberösterreichrundfahrt 1. Etappe Bora - Argon 18 und Hoppla (Tinkoff) Oberösterreichrundfahrt 1. Etappe Leopard Procycling

Die erste Etappe führte von Linz hinauf zum Freilichtmuseum Pelmberg (12.6 km und 530 Hm). Die Strecke führte nahezu nur bergauf und ich versuchte von Beginn an mein Tempo zu fahren, da mir das Tempo des Feldes viel zu schnell war. Mit 330 W im Schnitt auf den knapp 28 min wurde ich 3:02 hinter dem Sieger Vincenco Albanese (Hoppla - Petroli Firence) 82.

2. Etappe (17.06.2016)

Die 2. Etappe war die erste "richtige" Etappe mit 155.9 km und knapp 1600 Hm. Diese Etappe führte von Wels nach Altheim.

Oberösterreichrundfahrt 2. Etappe Vorbereitungen Oberösterreichrundfahrt 2. Etappe Restore Cycling

Leider hatte ich noch vor dem Start einen Defekt und musste somit die restlichen Tage mit meinem Trainingslaufrad fahren - und damit wohl ein paar Watt mehr treten.

Die anfängliche Nervosität legte sich schon recht bald und ich versuchte, mich gut im Feld zu verstecken, denn es herrschte Gegenwind von den ersten Kilometern weg. Nach etwa 30 km ging dann auch mal die Windkante auf und es wurde richtig hart. Letztendlich blieb das Feld aber geschlossen und als die Gruppe des Tages draußen war, wurde es im Feld auch ruhiger. Die Anstiege ging es zwar zügig aber nicht am Limit hinauf - ganz anders als im Vergleich dazu die Eintagesrennen (z.B. Bundesligarennen).

Nachdem die Spitzengruppe schon einige Minuten Vorsprung hatte und es näher in Richtung Ziel ging, organisierte das Feld die Nachführarbeit. Die über 5 min an Vorsprung der Spitzengruppe schmolz schnell dahin und in der letzten Runde der Schlussrunden war die Gruppe gestellt. Ich befand mich bis zum Ende im Hauptfeld und wurde zeitgleich mit dem Sieger Phil Bauhaus (Bora - Argon 18) 72. In der Gesamtwertung rutschte ich damit um einen Platz auf den 81. Rang vor.

3. Etappe (18.06.2016)

Die 3. Etappe war mit 142.1 km zwar nicht so lang, hatte es mit 2200 Hm aber trotzdem in sich. Das Wetter am Start war sehr schön mit etwas Wind.

Oberösterreichrundfahrt 3. Etappe Radteam Tirol

Es wurden drei Runden in Eferding gefahren, bevor es dann in Richtung Ulrichsberg, dem Etappenzielort, ging. In diesen Runden gab es Sprintwertungen und damit wichtige Punkte für die Punktewertung. Dementsprechend hoch war gleich das Tempo. Noch mit einigermaßen guten Beinen gingen die ersten Kilometer so schnell dahin. Doch auch danach wurde das Tempo nicht wirklich langsamer. Es folgte ein lang gezogener Anstieg, der immer wieder absetzte. Doch richtig erholen konnte man sich nie, denn vorne wurde immer aufs Tempo gedrückt. In dem Bereich verloren leider auch meine Teamkollegen Rupert Hödlmoser und Lukas Winter den Kontakt zum Hauptfeld.

Nach knapp 90 km dann die erste Zieldurchfahrt, wo ich mich noch im Hauptfeld befand. Allerdings schon relativ weit hinten und bald darauf in einem Anstieg in der ersten der Schlussrunden verlor ich den Anschluss. Nach einiger Zeit bildete sich eine Gruppe, mit der ich dann gemeinsam ins Ziel fahren konnte. Doch einfach war auch das nicht, denn es war ein Kampf gegen die Karenzzeit und so mussten wir auch alles geben, um nicht zu viel zu verlieren. Letztendlich kam ich als 106. mit 17:13 Rückstand ins Ziel. Die Rennleitung entschied sich an diesem Tag, die Karenzzeit von 8 % auf 10 % anzuheben. In der Gesamtwertung befand ich mich nun auf dem 104. Rang.

Oberösterreichrundfahrt 3. Etappe Teamautos Ziel

Am Ende war ich glücklich, im Ziel zu sein, auch wenn ich kaum mehr gehen konnte. Noch eine Etappe zu fahren, konnte ich mir zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen.

4. Etappe (19.06.2016)

Der Blick aus dem Fenster in der Früh versprach nichts Gutes. Kühle Temperaturen, Regen und Wind.

Oberösterreichrundfahrt 4. Etappe Linz Regenwetter

Bei diesen Verhältnissen wollte man eigentlich gar nicht aus dem Auto raus. Die Beine fühlten sich nach den drei vergangenen Tagen aber besser als erwartet an - sofern man da noch von besser sprechen kann. Etwas früher als die anderen Etappen ging diese 156.5 km lange und mit 1500 Hm versehene Etappe los. Das Wetter hatte sich kurz vor Beginn der Etappe zum Glück etwas verbessert. Gleich vom Start in Traun weg ging es richtig zur Sache. Bei jedem noch so kleinen Anstieg brannten die Beine und hinten mussten immer wieder Fahrer etwas reißen lassen. Nach 50 km setzte dann Regen ein und das Tempo wurde langsamer - im Hauptfeld kontrolliert von der Mannschaft des Gesamtführenden, Hoppla - Petroli Firence.

Nach 105 km wurde das Ziel in Windischgarsten das erste mal durchfahren. Ich hielt mich bis da hin immer noch im Feld auf. Kurz darauf ein Sturz, bei dem ich außen herum fahren musste. Im nachfolgenden Anstieg musste ich das Feld leider ziehen lassen. Zu groß waren die Strapazen der vergangenen Tage bereits. Ich hielt mich noch eine Zeit lang im Konvoi auf und konnte in der Abfahrt und dem Flachstück auch wieder näher heran kommen. Doch irgendwann war auch der Konvoi vorbei gezogen und ich war mit einem weiteren Fahrer alleine. Gemeinsam fuhren wir aber die letzten zwei Runden und versuchten, nicht zu viel Zeit zu verlieren. Wir arbeiteten gut zusammen und erreichten gemeinsam mit 15:59 Rückstand auf den Sieger Lukas Pöstlberger (Bora - Argon 18) das Ziel.

Oberösterreichrundfahrt 4. Etappe Ziel Windischgarsten

Von den 122 gestarteten Fahrern auf der 1. Etappe kamen letztendlich 93 Fahrer ins Ziel. In der Gesamtwertung wurde ich 92., mit 36:12 Rückstand auf den Gesamtsieger Stephan Rabitsch vom Team Felbermayr Simplon Wels.

Insgesamt war es für mich eine großartige Erfahrung, bei dieser UCI-Rundfahrt am Start zu stehen und diese auch beenden zu können. Bleibt zu hoffen, dass noch viele weitere internationale Rundfahrten folgen.