Vysočina 2016

Am Mittwoch, dem 03.08.2016, ging es für mich nach Tschechien zur Vysočina-Rundfahrt, die ich bereits zwei mal bestritten hatte. Mit dabei waren auch meine Teamkollegen Alexander Dürager, Tomas Zechmeister, Stefan Etzelstorfer, Daniel Reiter und Christian Haas. In diesem Jahr war diese Rundfahrt besonders stark besetzt. Neben zwei weiteren österreichischen Teams standen die Continental-Teams Whirlpool Author, Klein Constantia, Dukla Praha und viele andere starke Teams am Start. Auch dabei waren der Pro-Continental-Fahrer Jan Hirt (CCC Sprandi Polkowice) und der amtierende Olympiasieger im Querfeldein Jaroslav Kulhavý.

1. Etappe (04.08.2016)

Bei tollem Wetter ging es an den Start der ersten Etappe. Auf den 129 km waren 1700 Hm zu bewältigen.

Vysočina 2016 Jan Hirt

Gleich nach einigen Metern hatte mein Teamkollege Christian Haas einen Defekt. Zu diesem Zeitpunkt war das Feld bereits recht schnell unterwegs und es war für ihn nicht mehr möglich, den Anschluss wieder herzustellen, nachdem das Betreuerauto anfangs nicht hinter dem Feld war.

Nach knapp 50 km wurde mein Teamkollege Stefan Etzlstorfer eingeklemmt und kam zu Fall. Ich befand mich zu diesem Zeitpunkt leider auch zu weit hinten im Feld und wurde in den Sturz verwickelt. Zwar konnte ich noch rechtzeitig bremsen, doch von hinten wurde ich einfach über den Haufen gefahren. Schnell stieg ich wieder aufs Rad und versuchte den Anschluss herzustellen, doch das Feld war bereits weg und der Konvoi noch vom Sturz aufgehalten, so dass da nichts mehr zu machen war. Nach einiger Zeit bildete sich dann eine Gruppe, mit der ich dann gemeinsam als 84. mit 17:53 Rückstand ins Ziel fahren konnte.

Vysočina 2016 Verletzung

Zum Glück hatte ich mich bei dem Sturz bis auf Abschürfungen und Prellungen nicht schwerer verletzt. Leider waren meine beiden Zimmerkollegen Stefan Etzlstorfer und Christian Haas durch Sturz und Defekt nur diesen einen Tag dabei.

2. Etappe (05.08.2016)

Nachdem das Rad vom Sturz glücklicherweise einigermaßen ganz geblieben war, ging es dann weiter zur zweiten Etappe. Der Blick aus dem Fenster der Unterkunft verriet wettermäßig nichts Gutes. Die Temperaturen waren allerdings nicht so kalt und so freute ich mich schon auf die Etappe, dessen Profil mir eigentlich entgegen kam. Die 139.2 km waren gespickt mit fast 2300 Hm. Der Gro�teil davon wurde in einem Angstieg der 8 mal zu befahrenden Runde bewältigt.

Vysočina 2016 Specialized Vysočina 2016 Quartier

Es ging gleich vom Start wieder mit richtig viel Tempo weg. Nach einigen Kilometern dann wieder ein Sturz vor mir, bei dem ich diesmal nicht zu Boden ging. Recht schnell war der Anschluss wieder hergestellt und es ging in den Anstieg hinein. Im Anstieg wurde nie gebummelt und so war es immer hart, dran zu bleiben. Fahrer um Fahrer verloren hier den Anschluss. Teilweise konnten diese in der darauf folgenden Abfahrt wieder aufschließen. In der fünften Runde ging es dann richtig zur Sache. Ich fuhr an meinem Limit den Berg hinauf und nachdem ich den letzten noch vor mir verbliebenen Teamkollegen Daniel Reiter abreißen sah, gab ich nochmals alles, um zu ihm aufzuschließen und ihm nach vorne zu helfen. Die gut 7 min ging es dabei mit 363 W im Schnitt hinauf. Daniel und ich konnten in der Abfahrt, beziehungsweise im darauf folgenden Flachstück, wieder zum Feld aufschließen.

Nachdem ich in der Runde davor so in den roten Bereich hineingefahren war, musste ich schon bald wieder abreißen lassen und fuhr dann gemeinsam mit einer Verfolgergruppe ins Ziel. Als 37. erreichte ich mit 10:46 Rückstand das Ziel.

3. Etappe (06.08.2016)

Das Wetter zum Start der dritten Etappe war wieder besser. Nachdem ich diese Etappe mit den ständigen kurzen Anstiegen aus den Vorjahren nicht gut in Erinnerung hatte, war die Freude auf den Start nicht sehr groß. Durch die kurzen Anstiege kamen auf den 128 km dann auch wieder 2100 Hm zusammen.

Vysočina 2016 Startnummer Vysočina 2016 LAWI-Author

Ich konnte mich eigentlich den ganzen Tag recht gut im Feld verstecken, so dass ich keine größeren Probleme hatte, dran zu bleiben. Zwar gingen gelegentlich ein paar Positionen vor mir Lücken auf, ich konnte diese aber meist schnell wieder schließen. Im letzten Anstieg ging es dann richtig zur Sache. Es wurde von unten hinein schnell gefahren, so dass das Feld immer kleiner wurde. Bis einige Meter vor der Kuppe konnte ich den Anschluss halten, doch dann attackierte Jaroslav Kulhavý und das Tempo wurde noch ein mal enorm. Ich verlor den Anschluss und fuhr dann gemeinsam mit einem Fahrer von Dukla Praha (MTB) als 38. mit 1:06 Rückstand die letzten Kilometer ins Ziel. Mein Teamkollege Daniel Reiter konnte mit einem 12. Platz heute ein gutes Ergebnis einfahren.

4. Etappe (07.08.2016)

Die 4. Etappe hatte so wie die 3. Etappe auch den Start und das Ziel in Bystřice nad Pernštejnem. Mit 82.6 km war diese Etappe zwar die kürzeste, mit über 1600 Hm allerdings trotzdem alles andere als leicht. Ausnahmsweise wurde nicht gleich voll drauf gedrückt, so dass es eher gemütlich im Feld war. Die Spitzengruppe ließ man ziehen und erst kurz vor dem Anstieg wurde das Tempo wieder erhöht. Die Fahrer für das Gesamtklassement wollten hier alle weit vorne hinein fahren. Den Anstieg mit seinen 220 Hm und gut 10 min Fahrzeit kannte ich bereits aus den Vorjahren. Beim ersten mal über den Anstieg konnte ich den Anschluss noch einigermaßen halten, so dass ich in letzter Position in die Abfahrt ging. Leider lies der Fahrer vor mir das Loch aufgehen, so dass das Feld dann weg war. Ich fuhr dann die nächsten Runden mit meinem Tempo hinauf. Schon bald bildete sich eine Gruppe aus weiteren abgehängten Fahrern, die teilweise gemeinsam fuhr und teilweise wieder zerfiel. Ich verrichtete auch einiges an Arbeit in der Gruppe und so kam ich als 39. mit 7:59 Rückstand ins Ziel.

Vysočina 2016 Klein Constantia Vysočina 2016 Whirlpool Author

Diese vier Tage bescherten mir also wieder einiges an Erfahrung und Rennhärte. Mit dem Ergebnis bin ich auch sehr zufrieden, wenn ich auch am ersten Tag (dem vermeintlich leichtesten) durch den Sturz gleich die meiste Zeit verlor und so eine für mich gute Platzierung im Gesamtklassement nicht mehr möglich war. Trotzdem wurde ich schlussendlich 53. und hoffe, die Rundfahrt im kommenden Jahr wieder bestreiten zu können.