Vysočina 2018 - Michael Konczer 

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Vysočina 2018

Mit 4 Etappen stand in diesem Jahr erneut die Vysočina Rundfahrt nach 2016 für mich am Rennprogramm. Leider standen wir nur zu viert am Start - Samuel Appeltauer, Alexander Führer, Timo Stidl und ich. Neben einigen nationalen Teams aus Tschechien ging unter anderem auch das Nachwuchsteam von Israel Cycling Academy an den Start. Ebenfalls am Start, Daniel Turek vom Pro-Continental Team Israel Cycling Academy.

1. Etappe (02.08.2018)

Voll motiviert ging ich an den Start der ersten Etappe. 125 km und 1500 Hm waren zu fahren. Vom Start ging es einige Kilometer in Richtung Rundkurs, auf diesem dann 10 Runden und wieder zurück zum Ziel in Přibyslav.

Beim Start war ich ganz vorne positioniert und fuhr gleich die erste Attacke mit. Auch wenn wir uns ein paar Meter absetzen konnten, wollte uns das Feld noch nicht ziehen lassen. Immer wieder sprangen weitere Fahrer nach vorne. Bei der nächsten Attacke durch drei Fahrer vom Nachwuchsteam von Israel Cycling Academy ging ich sofort ans Hinterrad, so auch ein weiterer Fahrer. Doch leider wurde auch aus dieser Attacke nichts. Nach den über 400 Durchschnittwatt in den ersten 4 Rennminuten mit zahlreichen Spitzen bis über 1000 W benötigte ich nun etwas Erholung.

So versuchte ich, im Feld zu bleiben und dabei nicht zu weit nach hinten zu sickern. In der zweiten Runde ging es dann wieder richtig los im Feld, denn nun gab es Bergpunkte, die man sich sichern konnte. So ging es dann jede zweite Runde mit richtig Gas über den Anstieg drüber, da keine Gruppe einen substanziellen Vorsprung herausfahren konnte. Nach dem Anstieg ging es allerdings nicht gleich wieder bergab, sondern zuerst in eine Passage mit immer stärker werdendem Seitenwind. Dort zerteilte sich das Feld immer wieder, so auch in der vorletzten Runde. In einer Verfolgergruppe hieß es dann noch die letzte Runde zu absolvieren und ab Richtung Ziel.

200 m vor dem Ziel befand sich noch eine 90 ° Linkskurve, vor der man sehr weit vorne sein musste. Als 6. meiner Gruppe belegte ich den 24. Rang auf dieser Etappe. Gewonnen wurde die erste Etappe von Immanuel Stark (P&S Team Thüringen) vor Daniel Turek und Philipp Walsleben (ebenfalls P&S Team Thüringen).

2. Etappe (03.08.2018)

Die 134,2 km der zweiten Etappe waren gespickt mit 2000 Hm. Der Kurs war etwas anders als der vor zwei Jahren, doch der erste Anstieg hinauf zur ersten Bergwertung war gleich geblieben. Nur der Rundkurs mit knapp 12 km Länge, auf dem in jeder zweiten Runde Bergpunkte vergeben wurden, war neu.

Start Vysočina 2018

Ich stellte mich wieder weit vorne an den Start, um gleich voll ins Renngeschehen eingreifen zu können. Direkt nach dem Startschuss gingen die ersten Attacken. Ich verhielt mich noch eher passiv, hielt mich aber weit vorne im Feld auf. Nach einiger Zeit konnten sich zwei Mann lösen, Michael Gaubitzer vom Team ARBÖ headstart ON-Fahrrad setzte nach. Das Feld schien nun zufrieden mit der Situation.

Doch schon kurze Zeit später ging es hinein in den ersten Anstieg. Ich fuhr im Feld nach vorne und somit als erster aus dem Feld in den Anstieg hinein, beschleunigte und zog das Feld in die Länge. Ich hielt das Tempo hoch, beschleunigte zwischendurch erneut, bis schließlich die Lücke hinter mir aufging. Ein weiterer Fahrer konnte sich aus dem Feld absetzen und zu mir aufschließen. Zu zweit fuhren wir bei Michael Gaubitzer vorbei und auf die zwei Führenden auf. Bei der folgenden Bergwertung belegte ich dann den 3. Platz.

Anfangs wollte uns das Feld noch nicht richtig ziehen lassen und zerteilte sich am Anstieg selbst in mehrere Gruppen. Nach der Abfahrt wuchs unser anfangs 30 sekündige Vorsprung aber kontinuierlich an und wir konnten zu viert einen Vorsprung von bis zu 4 min herausfahren. Als Zweiter der folgenden Bergwertung und Dritter bei den nächsten beiden Bergwertungen konnte ich einige Bergpunkte sammeln.

Auf Grund der Rivalität zweier Fahrer in der Gruppe, die beide um das Bergtrikot kämpften, teilte sich die Gruppe in der 7. Runde. Schon zuvor hatte Adam Sekanina (Team Favorit Brno) attackiert, um sich die nächsten Bergpunkte ungehindert sichern zu können. Es rollte aber wieder zusammen, bis schließlich Vojtěch Modlitba nach einer geschickt eingefädelten Attacke der zwei Fahrer von Favorit Brno den Anschluss verlor. Schon bald waren Adam Sekanina und ich nur noch alleine an der Spitze. Doch auch bei uns schwanden die Kräfte und es reichte leider nicht mehr bis zur nächsten Bergwertung - nur wenige Kilometer davor wurden wir gestellt.

Eine Runde konnte ich mich dann noch im Feld halten, bevor ich reißen lassen musste und die letzten 15 km alleine ins Ziel fuhr. Nach diesem Tag war ich nun mit 5 Punkten auf dem 4. Gesamtrang in der Bergwertung. Leider büßte ich als 62. mit 7:27 Rückstand viel Zeit ein, wodurch ich auf den 57. Gesamtrang zurück fiel. Den Etappensieg holte sich Cory Greenberg (Team Magnesium Pur), Immanuel Stark verteidigte als Zweiter sein Führungstrikot.

3. Etappe (04.08.2018)

129,2 km und wieder 2000 Hm waren das Menü der zweiten Etappe. Erneut war es sehr heiß am Start und die Beine fühlten sich vom Vortag ziemlich müde an.

Gleich von Beginn an wurde wieder attackiert. Öfter mit dabei, der Führende in der Bergwertung. Auch ich wäre natürlich gerne wieder in die Ausreißergruppe gekommen, doch ich merkte, dass dies mit den Beinen schwierig werden würde. Denn gleich auf den ersten Kilometern war das Tempo so hoch, dass ich froh war, noch im Windschatten des Vordermannes zu sein. Nach etlichen Attacken versuchte ich es auch einmal, doch mehr als ein paar Meter Vorsprung gewährte man mir und meinen Mitstreitern nicht, so dass ich wieder vom Feld verschluckt wurde.

Nach knapp 20 km konnte sich endlich eine Gruppe absetzen und es kehrte etwas Ruhe ein. Von nun an übernahm das Team des Gesamtführenden die Kontrolle und für mich hieß es, aufmerksam im Feld mitzufahren. Bis zur letzten der vier Runden hielt ich mich im Feld auf. Am letzten Anstieg, 12 km vor dem Ziel wurde dann wieder richtig schnell gefahren. Ich konnte den Anschluss leider nicht halten, fuhr einige Kilometer alleine, bis mich von hinten eine Gruppe einholten, mit der ich die letzten Kilometer ins Ziel fuhr.

Rang 35 mit 1:12 Rückstand wurde es schlussendlich. Der Sieger Arno Klinjan kam diesmal aus den Niederlanden. Immanuel Stark verteidigte sein gelbes Trikot.

4. Etappe (05.08.2018)

Die vierte Etappe war mit 81,8 km die kürzeste Etappe. Trotzdem standen 1500 Hm an. Bevor es auf den eigentlichen Rundkurs ging, der fünf Mal über einen Astieg führte, wurde eine kleine extra Schleife gefahren. Der Start erfolgte schon etwas früher als bei den anderen Etappen, dementsprechend war es noch nicht ganz so heiß. Dafür war es an diesem Tag umso windiger.

Der Wind machte es auch von Beginn an schwer und man musste aufmerksam fahren. Zwar konnten sich immer wieder kleine Gruppen absetzen, doch viel Vorsprung gewährte ihnen das Feld nicht. Nach einer rasanten Abfahrt mit an die 80 km/h ging es dann auf die kleinen Runden und schon gleich in den Anstieg hinein. Eigentlich kam mir der Anstieg mit fast 10 min entgegen, doch für mich war es an diesem Tag trotzdem schwer, weit vorne mitzufahren. Beim ersten Mal über den Anstieg konnte ich mich noch im Feld aufhalten, beim zweiten Mal musste ich dann reißen lassen. Weitere drei Mal ging es dann in einer Gruppe über den Anstieg, wobei ich mich viel an der Führungsarbeit beteiligte und das Tempo hochhielt.

Der Rückstand wuchs so bis ins Ziel auf 7:26 an, doch auch das Feld hatte sich zerteilt und eine größere Gruppe kam gut 4 min vor uns ins Ziel. Mit dem 36. Tagesrang beendete ich die Rundfahrt auf Rang 41 in der Gesamtwertung. Leider konnte ich nur auf der 2. Etappe Bergpunkte sammeln und rutschte in der Bergwertung damit auf den 9. Gesamtrang ab. Insgesamt war ich aber sehr zufrieden mit der Rundfahrt, die mit Sicherheit eine sehr gute Vorbereitung auf die anstehenden Aufgaben war.