Oberösterreichrundfahrt (UCI 2.2) - Michael Konczer 

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Oberösterreichrundfahrt (UCI 2.2)

Mit der Oberösterreichrundfahrt, die über 4 Etappen führt und in der UCI Kategorie 2.2 eingestuft ist, ging für mich ein weiteres Highlight der Saison über die Bühne.

Mit am Start für mein Team ARBÖ Denzel Cliff standen Samuel Appeltauer, Alexander Führer, Tristan Hoffmann, Petr Lechner, Timo Stidl und ich. Mit vier U23-Fahrern waren wir doch ein recht junges Team.

Neben 11 Regionalteams und 11 Continental Teams ging mit Bardiani - CSF auch ein ProContinental Team an den Start.

1. Etappe (14.06.2018)

ARBÖ Denzel Cliff Wien Oberösterreichrundfahrt 2018 Start

Die erste Etappe mit Start in Linz führte hinauf zum Freilichtmuseum Pelmberg. Nur 12,3 km waren zu absolvieren, allerdings mit gut 500 Hm. Im afänglichen Steilstück wurde ein konstant hohes Tempo angeschlagen, bei dem ich nicht ganz vorne mitfahren konnte. Ich fühlte mich aber sehr gut und mit 390 W auf 13 min stimmte die Leistung auch. Nach der Bergwertung fand ich mich im flacheren Teilstück in einer kleinen Verfolgergruppe wieder, bei der es um den 15. Rang ging. Gut harmonierte die Gruppe allerdings nicht und so konnten von hinten weitere Fahrer aufschließen. Ich entschloss mich dann, aus der Gruppe rauszufahren, wurde jedoch bald wieder gestellt. Die letzten 700 m ging es dann noch etwas steiler hinauf ins Ziel. Da hieß es nochmal festbeißen, um die gleiche Zeit wie die Gruppe zu bekommen. Leider ging dazwischen irgendwo die Lücke auf, so dass ich als 33. mit 1:12 Rückstand ins Ziel kam. Insgesamt war ich aber sehr zufrieden damit. Für den nächsten Tag hatten wir nun die Konvoinummer 13 von 24, die nach dem besten Fahrer eines Teams in der Gesamtwertung vergeben wird.

2. Etappe (15.06.2018)

Die zweite Etappe führte von Wels nach Ried im Innkreis, wo vier Schlussrunden zu absolvieren waren. Mit 154,1 km war diese Etappe die längste. Mit 1900 Hm konnte man schon erahnen, dass es wohl nicht nur flach dahin ging.

Oberösterreichrundfahrt 2. Etappe Teampräsentation

Gleich nach dem neutralen Start wurden einige Attacken gestartet, doch es konnte sich keine Gruppe lösen. Durch die ständigen Attacken wurde aber sehr schnell gefahren, in etwa 50 km/h auf den ersten Kilometern. Nach ca. 12 km wurde ich, so wie beinahe das halbe Feld, in einen Sturz verwickelt. Glücklicherweise passierte mir nicht viel, lediglich leichte Abschürfungen trug ich davon. Doch das schnelle Feld war bereits davongezogen. Also schnell wieder aufs Rad und hinten nach - anfänglich alleine, bald aber schon in einer Gruppe. Nach einigen Kilometern konnte ich den Anschluss wieder herstellen, doch es blieb hektisch. Der Gesamtführende, Stephan Rabitsch, setzte sich zeitweise mit einer Gruppe ab. Es rollte aber wieder alles zusammen und bei der Anfahrt zur ersten Bergwertung ging dann endlich die Gruppe des Tages. Die Teams schienen zufrieden mit der Gruppe und stellten im Feld ab. Doch sobald die Gruppe einen kleinen Vorsprung herausgefahren hatte, reihte sich das Team Felbermayr Simplon Wels vorne ein und organisierte die Nachführarbeit.

Bis zur Zieldurchfahrt blieb das Feld im Großen und Ganzen geschlossen, doch auf den Schlussrunden wurde es gleich nochmal richtig schnell. Felbermayr Simplon Wels hatte mit Filippo Fortin einen schnellen Mann dabei, der diese Etappe gewinnen könnte. In der vorletzten Runde musste ich das Feld dann ziehen lassen. Um meinen Rückstand zu limitieren, gab ich trotzdem noch alles. 65. mit 1:45 Rückstand wurde ich schließlich, womit ich in der Gesamtwertung leider auf den 52. Platz abrutschte. Samuel Appeltauer, Alexander Führer und Petr Lechner, die alle im Sturz verwickelt waren, konnten den Anschluss leider nicht mehr herstellen und somit die Etappe nicht mehr beenden.

3. Etappe (16.06.2018)

Oberösterreichrundfahrt 3. Etappe Teampräsentation

Auf dieser dritten Etappe ging es von Eferding nach Ulrichsberg. 142,1 km und gut 2000 Hm waren zu absolvieren. Zu Beginn wurde auf einem 6 km langen Rundkurs gefahren, auf dem es zwei Sprintwertungen gab. Dementsprechend ging es sofort los und es versuchten sich einige Leute abzusetzen. Für die Klassementfahrer hieß es aufpassen, wer denn da in der Gruppe war und gegebenenfalls sofort zu reagieren. Ich hielt mich im ersten Drittel des Feldes auf, um möglichen Gefahren zu umgehen. Doch leider erwischte es mich nach nicht mal 4 km. Defekt vorne und hinten nachdem ich durch ein Loch gefahren war. Die Luft war sofort draußen, also konnte ich nur beide Laufräder tauschen. In einer hektischen Aktion konnte ich wieder in den Konvoi reinfahren und mich dann relativ bald wieder ans Feld andocken, da dieses zu dem Zeitpunkt bereits rausgenommen hatte, denn die Spitzengruppe stand. Das Team des Gesamtführenden, Lars van der Haar, setzte sich an die Spitze des Feldes, um den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. So wurde ein konstantes aber hohes Tempo angeschlagen.

Es ging also über den langen Anstieg drüber in Richtung erste Zieldurchfahrt. Zunächst war das Feld noch geschlossen, doch als plötzlich Wind aufkam, setzte sich das Team Felbermayr Simplon Wels an die Spitze. Das Feld wurde in die Länge gezogen und zerbrach in einzelne Gruppen. Ich konnte eine kleine Lücke schließen, um vorne mit dabei zu sein. Von hinten konnte ein weiterer Teil des Feldes wieder aufschließen. Bei der ansteigenden Zieldurchfahrt befand ich mich dann schon ganz hinten im Feld. So kurze Anstiege liegen mir einfach nicht.

Auf den Schlussrunden musste ein etwas längerer Anstieg drei Mal bewältigt werden. Schon beim ersten Mal war das Tempo so hoch, dass ich zurückfiel. Es bildete sich schon bald eine Verfolgergruppe, mit der ich den Anschluss in der Abfahrt wieder herstellen konnte. Doch kaum waren wir wieder dran, ging es schon wieder hinauf in Richtung Ziel und ich musste erneut reißen lassen. Von da an ging es dann knapp 40 km ohne jegliche Unterstützung solo hinterher. Lediglich ein Fahrer von Telenet Fidea Lions heftete sich an mein Hinterrad, übernahm aber keine Führung. Mit dem 50. Rang und 9:31 Rückstand konnte ich meinen Platz in der Gesamtwertung trotzdem verbessern, wo ich nun 45. war.

Verfolgergruppe Oberösterreichrundfahrt 3. Etappe Michael Konczer

4. Etappe (17.06.2018)

Leider erreichte Timo Stidl am Vortag das Ziel nicht mehr und so starteten wir nun noch zu zweit: Tristan Hoffmann und ich.

Oberösterreichrundfahrt 3. Etappe Start

Auf diese Etappe freute ich mich schon, denn sie enthielt einen längeren Anstieg in der Mitte, der auch bereits letztes Jahr befahren wurde. Über 136,9 km ging es von Traun nach Ternberg, wo sechs Schlussrunden mit einem kurzen, giftigen Anstieg zu fahren waren. Auf Grund der relativ kurzen Distanz kamen nur 1600 Hm zustande.

Nach dem offiziellen Start versuchten sofort einige Fahrer, in die Spitzengruppe zu kommen. Sofort wurde es schnell, doch der Wind und die restlichen Fahrer im Feld verhinderten ein Zustandekommen einer Spitzengruppe. Erst nach gut 15 km konnte sich endlich eine Spitzengruppe lösen und es kehrte etwas Ruhe ein im Feld, eher das Team Felbermayr Simplon Wels die Führung übernahm. Nach knapp 50 km ging es dann in den längeren Anstieg hinein und sofort nahm das Team Vorarlberg Santic das Zepter in die Hand. Das Feld wurde in die Länge gezogen, die Fahrer weiter hinten kämpften sich den Berg hinauf. Mit meinen gut 360 W über 10 min konnte ich noch einigermaßen zufrieden sein, da die Beine von den letzten Tagen doch bereits etwas müde waren. Bis zur Kuppe überholte ich Fahrer um Fahrer und war dann in einer kleinen Verfolgergruppe hinter der Gruppe rund um Stephan Rabitsch, Patrick Schelling, Riccardo Zoidl und Co., die bereits ca. 35 s Vorsprung hatten. Davor befand sich noch die Spitzengruppe mit einer weiteren Minute Vorsprung. Ein größeres Feld kam mit fast einer Minute Rückstand auf meine Gruppe über die Kuppe. Ich befand mich also mitten drin. Leider konnten wir den Abstand nach vorne nicht verkürzen und so schlossen immer wieder Fahrer von hinten auf. Etwas nach der ersten Zieldurchfahrt konnte das große Verfolgerfeld von hinten wieder aufschließen. Nun befand sich vorne eine vier Mann Spitzengruppe, dahinter eine gut 20 Mann große Verfolgergruppe und dann das große Hauptfeld.

Im Hauptfeld wurde nun vor allem vom Team AURA Energi - CK Aarh die Nachführarbeit organisiert. In den ersten Runden verkleinerte sich der Vorsprung kaum, auch wenn das Tempo hoch war und es für mich auf Grund des langgezogenen Feldes und der kurzen Anstiege nicht einfach war. Betrug der Rückstand bei der zweiten Zieldurchfahrt noch 3:27, verkleinerte er sich zwei Runden vor Schluss auf 2:09. In der letzten Zieldurchfahrt betrug der Rückstand dann noch 1:32. Am letzten Anstieg wurde es nochmal richtig schnell und ich verlor den Anschluss. Das Feld konnte nicht mehr ganz auf die Spitzenfahrer aufschließen und kam mit 39 s Rückstand ins Ziel. Aus der ursprünglichen Spitzengruppe heraus konnte sich nur Quinten Hermans (Telenet Fidea Lions) behaupten, der 4 s vor den Verfolgern ins Ziel rettete. Ich kam als 61. mit 1:46 Rückstand ins Ziel. In der Gesamtwertung bedeutete dies den 43. Platz mit 14:34 Rückstand. Im Gesamtklassement der besten Österreicher belegte ich den 11. Rang.

Hauptfeld Oberösterreichrundfahrt

Wie auch schon in den Jahren davor holte sich Stephan Rabitsch (Team Felbermayr Simplon Wels) den Sieg, vor Riccardo Zoidl (ebenfalls Team Felbermayr Simplon Wels) und Patrick Schelling (Team Vorarlberg Santic).