GP Sportland Niederösterreich - Michael Konczer 

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GP Sportland Niederösterreich

Mit dem GP Sportland Niederösterreich stand am 10.06.2018 ein sehr schweres Ligarennen, auf das ich mich bereits besonders freute, am Programm. 168 km (nach offiziellen Angaben, tatsächlich wohl nur 163 km) und 2200 Hm standen am Programm. Bei angenehmen Temperaturen erfolgte um 9 Uhr der Startschuss.

GP Sportland Niederösterreich Start

Für mich hieß es am Anfang möglichst kraftsparend mitzufahren, um in den Anstiegen dann genug Leistung zu haben. Völlig unerwartet konnte sich schon nach wenigen Kilometern eine Gruppe lösen. Gut 20 Mann waren in der Gruppe vertreten, leider niemand aus meinem Team. Etwas Nervosität kam in mir auf, schließlich hatte ich mir viel vorgenommen für dieses Rennen und nun waren über 20 Leute vorne draußen, während im Hauptfeld im Großen und Ganzen abgestellt wurde. Glücklicherweise waren einige der Topfavoriten wie Riccardo Zoidl (Team Felbermayr Simplon Wels), Stephan Rabitsch (ebenfalls Team Felbermayr Simplon Wels) und einige andere noch mit im Feld vertreten. Doch mir war klar, dass ich deren Hinterrad im Anstieg wohl nicht werde halten können, wenn sie ernst machten. Verschiedene Teams führten zeitweise etwas halbherzig nach und so wuchs der Vorsprung immer weiter an.

Über die ersten beiden Anstiege wurde ein gutes Tempo gefahren und ich reihte mich ganz vorne ein. Zwischenzeitlich war der Vorsprungauf fast 3 min angewachsen. Über die Kuppe des zweiten Anstiegs (erste Bergwertung) fuhr ich ganze vorne drüber und ging in die Abfahrt. Ein Fahrer vom Team MyBike Stevens fuhr etwas schneller runter und ich setzte mich an sein Hinterrad. Hinter uns ging die Lücke auf und wurde immer größer. Wir versuchten im Flachen die Aktion fortzuführen, doch von hinten schlossen nach und nach weitere Fahrer auf. Schlussendlich rollte auch das restliche Feld, das teilweise über 10 s Rückstand hatte, wieder heran.

Von da an übernahm Hrinkow Advarics Cycleang die Führung im Feld. Gleich dahinter, und somit sehr weit vorne im Feld, positionierte ich mich, denn der nächste Anstieg war nicht weit entfernt. Im Vorjahr wurde da hinauf richtig Tempo gemacht, was zu einer Teilung des Feldes führte. Und auch heuer wieder ging es richtig schnell in den Anstieg hinein. Direkt vorm Anstieg wurde ein großer Teil der Spitzengruppe wieder eingeholt. Im Anstieg dann setzten sich einige Fahrer ab, während ich versuchte, mein Tempo hinaufzufahren. Nachdem ich einen großen Teil des Feldes zuerst ziehen lassen musste, konnte ich Fahrer um Fahrer wieder aufholen. Gemeinsam mit Dominik Hrinkow (Hrinkow Advarics Cycleang) ging es dann über die Kuppe, leider schon einige Zeit hinter der Gruppe um Riccardo Zoidl und Co., und gut 30 s vor der nächsten Gruppe.

Im Flachstück nach der Abfahrt konnten einige Fahrer von hinten aufschließen, so dass wir eine ca. 10 Mann große Gruppe waren. 40 s dahinter befand sich dann eine weitere Gruppe. Zum Glück bestand Einigkeit und so ging es gut voran. Immer wieder holten wir aus der Spitzengruppe zurückgefallene Fahrer ein. So ging es dann über Annaberg wieder hinunter nach Reith und über kleine Straßen weiter zur Bergwertung Puchenstuben. Zwischenzeitlich kam auch ein kleiner Regenschauer herab, was eine willkomene Abkühlung bedeutete. Hinauf zur vorletzten Bergwertung war es bereits richtig hart für mich, doch hier hieß es dranbleiben für das kommende lange Bergabstück.

Auf den folgenden gut 30 km machten wir mit etwas Rückenwind wieder ordentlich Tempo, wodurch wir diesen Abschnitt mit 50 km/h im Schnitt absolvierten. Auch die letzte Bergwertung war nochmal richtig hart. Zwar nur 175 m Höhenunterschied auf 2,7 km Länge, doch danach ging es nicht sofort bergab, sondern noch etwas oben dahin bis zur eigentlichen Abnahme der Bergwertung und zur richtigen Abfahrt.

Die letzten Kilometer beinhalteten keine großen Schwierigkeiten mehr. Kurz nach der Kilometermarke musste man bei einem Kreisverkehr den langen Weg außen rundherum fahren. Ich fuhr als erster durch und bemerkte, dass hinter mir eine Lücke aufgegangen war. Gleich versuchte ich weiterzuziehen. Doch die Beine schmerzten bereits so stark und bei der 500 m Marke wurde ich wieder eingeholt. Ich setzte mich noch ans Ende der Gruppe, versuchte noch mitzusprinten und erreichte schlussendlich den 19. Rang - also wieder einige Punkte in der Liga. In der Gesamtwertung belegte ich nun den 26. Platz.

Wie schon im Vorjahr siegte auch heuer wieder Riccardo Zoidl, der sich erneut solo absetzen konnte - diesmal aber nur ca. 25 km. Dahinter landeten Stephan Rabitsch und Matteo Badilatti (Team Vorarlberg Santic) auf den Rängen 2 und 3.

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